Leopoldsquartier
Leopoldquartier – Wohnhausanlage, Obere Donaustraße 23-27 Wien 1020 Österreich
Zukunft moderner Stadtquartiere
Auf einem Areal von rund 2,3 Hektar direkt am Donaukanal an der Oberen Donaustraße im zweiten Wiener Gemeindebezirk errichtet die UBM Development AG das LeopoldQuartier, ein modernes Gebäudeensemble, das sowohl Wohngebäude als auch Büro- und gewerblich genutzte Gebäude umfasst. Insgesamt wird ein Bruttogeschoßfläche von etwa 75. 500 Quadratmetern geschaffen, die unter sämtlichen Aspekten in Hinblick auf Ökologie und Nachhaltigkeit in zukunftsweisender und CO2-reduzierender Holzhybrid-Bauweise entstehen, die beim LeopoldQuartier Living gegenüber konventioneller Errichtung 1.638 Tonnen CO2 eingespart.
Auf den Bauplätzen Obere Donaustraße 23 (Bauteil D) und 27 (Bauteil C), geplant vom Grazer Architekturbüro Gangoly & Kristiner Architekten, wurden zwischen Mitte 2024 und Anfang 2026 insgesamt 253 hochwertige freifinanzierte Eigentumswohnungen errichtet, aufgeteilt auf drei Baukörper, wobei Bauteil C aus zwei Punkthäusern, Bauteil D bestehend aus einem H-förmigen Gebäude mit zwei Stiegen besteht. Alle Wohnungen verfügen über großzügige Freiflächen und den Bewohnern stehen eine Vielzahl an gemeinschaftlich nutzbaren Einrichtungen wie Sauna, Fitness, Co-Working, Co-Living und Urban Gardening zur Verfügung.
Sämtliche Bauteile sowie das Gesamtquartier werden nach DGNB Gold zertifiziert. Ebenso wurde sogar der Rückbau des Altbestands zertifiziert. 200 Sonden, jeweils ca. 150 m tief, sowie eine Grundwasserbrunnenanlage versorgen das Quartier mit CO2-neutraler Wärme und Kälte, unabhängig von Gas, Fernwärme oder Fernkälte. Die dafür nötigen Wärmepumpen werden von über 1.000 PV Paneelen auf allen Dächern der einzelnen Baukörper mit Strom versorgt. 2028 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein.
So viel Holz wie möglich
Beim LeopoldQuartier Living handelt es sich gegenwärtig um den größten fertiggestellten Wohnbau Österreichs in Holz-Hybridbauweise. Bemerkenswert ist der mit 43 Prozent vergleichsweise hohe Anteil an Holz in der Konstruktion. Bis auf die mineralisch errichteten Sockelgeschoße sowie Kernbereiche aufgrund von Lastverteilung, Spritzwasser und Brandschutz, besteht die gesamte Tragstruktur mit insgesamt 3.800 Kubikmetern aus Holz. Gesetzt wurde auf eine Mischung aus Brettsperrholz für tragende Innenwände und Decken sowie maximal vorgefertigter Holzrahmen-Außenwänden, ausgeführt vom Holzbauunternehmen Weissenseer. Letztere sind sehr schlank: Mit installationsführender Vorsatzschale messen sie nur 36,5 Zentimeter und tragen somit zur Nutzflächeneffizienz bei.
Ermöglicht wurde der schlanke Aufbau unter anderem durch den Einsatz der RIGIPS Riduro Holzbauplatte, die in der Außenwand für den erforderlichen Brandschutz sorgt. „Ein weiteres besonderes Merkmal unserer Gebäude ist, dass ihnen aufgrund der Brandschutzanforderungen an die Gebäudehülle von außen die Holzbauweise nicht anzusehen ist. In den Wohnungen jedoch haben wir uns bewusst dazu entschieden, die Holzdecke zu zeigen. Dies schafft ein ganz spezielles Raumgefühl und trägt dazu bei, die positiven natürlichen Eigenschaften von Holz auf das Raumklima spürbar zu machen“, sagt Johannes Merhaut, Projektleiter UBM Development.
Erfolgsschlüssel Vorfertigung
Durch den hohen Grad an Vorfertigung verlagerte sich ein großer Teil der Detailplanung in einen viel früheren Projektabschnitt. Dies verlangte insbesondere vom Bauherren sehr früh gewisse Entscheidungen ab. Fräsungen für Leitungen, Steckdosen und Lichtschalter in tragenden Innenwänden, Außenwanddurchdringungen für Kemperarmatur, Licht und Außensteckdose mussten im Zuge der Werksplanung der Holzbaulieferanten fixiert werden. „Man könnte hier tatsächlichem von einem „Null-Fehler-System“ sprechen, dann ein systematischer Fehler, der sich in jedem Element wiederholt und vor Ort nachgearbeitet werden muss, macht die Vorteile der Vorfertigung schnell wieder wett.“, sagt Johannes Merhaut.
Aus Sicht der Ausführung war eine der zentralsten Herausforderungen die Zufahrtssituation und die kaum vorhandene Zwischenlagerungsmöglichkeit, beides bedingt durch die innerstädtische Lage. Jedes Holzbauelement wurde „just in time, just in place“ vom LKW direkt an seinen finalen Bestimmungsort verhoben und montiert. Der gesamte Holzbau wurde beim Bauteil C in nur zehn, beim Bauteil D in 20 Montagewochen versetzt. Dies spiegelt sich letztlich auch in einer insgesamt drei bis vier Monaten kürzeren Bauzeit gegenüber konventioneller Errichtung wider. „Es ist jedenfalls zu erwähnen, dass sowohl die planerischen als auch die ausführungstechnischen Herausforderungen beim LeopoldQuartier hervorragend gemeistert wurden, geschuldet einer äußerst professionellen und friktionsfreien Zusammenarbeit aller Beteiligten“, betont Johannes Merhaut.
Viel Schutz, viel Fläche
Der Einsatz der RIGIPS Riduro Holzbauplatte war nicht nur in brandschutztechnischer Hinsicht eine klare Entscheidung, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive, wie Projektleiter und Holzbaumeister Paul Kohlmeier von Weissenseer noch einmal unterstreicht: „Im mehrgeschossigen Holzbau geht es eigentlich immer wieder um die besonderen Anforderungen im Brandschutz, und da kommt man nicht ohne Gipskartonplatten aus. Eine Lage weniger aufbringen bedeutet natürlich weniger Arbeit in der Vorfertigung und gleichzeitig weniger Wandaufbau, was für den Bauträger entscheidend ist. Ein Zentimeter mehr oder weniger bedeutet viel in der Verwertung einer Immobilie.“ Besonderes Augenmerk bei der Vorfertigung legte Weissenseer auf den Witterungsschutz. Weissenseer hat deshalb die Dampfbremse auf die RIGIPS Riduro Platte direkt aufgebracht, die damit über das Zeitfenster bis zur nächsten Deckenverbauung automatisch gut geschützt.
Baustellentafel:
OBJEKT: Leopoldquartier – Wohnhausanlage, Obere Donaustraße 23-27, 1020 Wien
ARCHITEKTUR: Gangoly & Kristiner Architekten, Am Kai, Körösistraße 9, 8010 Graz, und Porzellangasse 3/4,
HOLZBAU: Haas Fertigbau Holzbauwerk GesmbH & Co. KG, Radersdorf 62, 8263 Großwilfersdorf 1090 Wien
PRODUKTE:
FACHBERATUNG: Wolfgang Kramberger, Saint-Gobain Austria
fotocredit: ©Michael Nagl, www.propertyphotos.at