Case Study

Palais Strudlhof

Bauherr
Thomas Klepsch, 6020 Innsbruck
Verarbeiter
Michael Schösser, Stuckateur und Trockenausbau, Untere Bahngasse 16, 2294 Marchegg / 6122 Fritzens
Ort

Pasteurgasse 1 Wien 1090 Österreich

Renaissance eines Juwels: Sanierung des Palais Strudlhof

Das Palais Strudlhof im neunten Wiener Gemeindebezirk ist ein beeindruckendes Beispiel für neoklassizistische Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Bei der geplanten Sanierung wurde angestrebt, die architektonischen Details des Stadtpalais zu bewahren und gleichzeitig die historischen Akzente des Gebäudes neu zu beleben. Knapp zweieinhalb Monate dauerte die Wiederbelebung des historischen Charmes der außergewöhnlichen Liegenschaft durch Michael Schösser, Stuckateur und Trockenausbau. „Arbeiten mit Stuck benötigt viel Fingerspitzengefühl“, weiß Michael Schösser aus langjähriger Erfahrung.

Anlass für die Sanierung war ein Wasserschaden am Dach, der u. a. die Erneuerung der wertvollen Stuckelemente erforderlich machte. „Beim Arbeiten ist Gips nicht gleich Gips“, meint Schösser. Daher fiel für die aufwendige Restaurierung des Stucks im Vorraum und im Stiegenhaus die Wahl auf RIGIPS Alabastergips. Gearbeitet wurde – wie bei solchen Projekten üblich – zu 100 Prozent in Handarbeit. Sämtliche Stuckprofile mussten zunächst sorgfältig abgeformt und in der Werkstatt originalgetreu nachgebaut werden. Dabei kamen eigens angefertigte Schablonen und Formen zum Einsatz, die für jedes Profil präzise angepasst wurden. 

Für die Fertigung der Stuckluster, Stuckrosetten, Zierelemente, Stuckreliefs, Stuckköpfe, Ornamente und Dekorelemente wurden spezielle Negativformen aus Kautschuk verwendet, die eine detailgetreue Nachbildung ermöglichen. Diese Formen und Schablonen – darunter Radius-, Eck-, Tisch- und Deckenschablonen – halfen, die Stuckarbeiten präzise auszuführen und die ursprüngliche Struktur wiederherzustellen. Die modellierten Stuckelemente wurden abschließend vor Ort montiert und sorgfältig eingepasst. In enger Abstimmung mit Saint-Gobain Austrias Vertriebsleiter Patrick Stablhofer wurde für die Herstellung der Stuck- und Baukörper der Stuckateurgips Zeppelin gewählt. Figuren und Reliefs wurden mit RIGIPS Hartformengips Nr. 1 nachgebildet. 

Im Gangbereich mussten zudem die alten Lisenen, Pilaster und Kapitelle restauriert werden. Fehlende Stellen wurden behutsam mit RIGIPS Alabastergips, ein aus natürlich vorkommendem Gipsmaterial hergestellter Mehrphasengips, ergänzt. Nach Abschluss der Stuckarbeiten wurde die gesamte Decke in Ausführungsstufe 3 mit dem leicht zu verarbeitenden RIMANO 0-3 gespachtelt und geschliffen, wodurch eine besonders makellose und feine Oberfläche entstand. 

Den letzten Schliff erhielt der Raum durch einen Anstrich in Weiß mit edlen, goldenen Akzenten, die den Stuckdetails besondere Eleganz verleihen. Zusätzlich wurde zur Betonung der neuen Decke ein Stuckprofil mit integrierter LED-Beleuchtung installiert, das sanftes, indirektes Licht erzeugt und die filigranen Details der handgefertigten Stuckelemente perfekt in Szene setzt.

„Mit unseren hochwertigen Rohstoffen aus Puchberg, Produkt-Know-how und durch engen Kundenaustausch ist es uns gelungen, unsere Pulverprodukte zu perfektionieren“, erklärt Stablhofer. Dafür gibt es reichlich Erfahrung – genauer gesagt, seit über 100 Jahren. So wurden beispielsweise viele Gebäude an der Wiener Ringstraße mit Gips aus Puchberg erbaut.

Das Projekt wurde bei der Saint-Gobain Trockenbau-Trophy 2024 mit dem 2. Platz in der Kategorie Deckengestaltung ausgezeichnet.

Verwendete Produkte:

Rigips Fachberatung: Patrick Stablhofer, Verkaufsleiter Trockenbau & Maler

Innenarchitektur: Michael Schösser, Stuckateur und Trockenausbau, Untere Bahngasse 16, 2294 Marchegg bzw. 6122 Fritzens